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Nach wie vor Mangel an Auszubildenden

Auf der jährlich stattfindenden Pressekonferenz zur Ausbildungssituation zeigte sich auch dieses Jahr wieder: Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Ein Weg aus dem Engpass: Den Kopf freimachen und nicht nur an Barrieren, sondern an Chancen denken. Und: junge Menschen mit Behinderung einstellen und auch ausbilden.

Ein junger Schreiner im Rollstuhl bei der Ausbildung

Schon zum vierten Mal in Folge melden die Agenturen für Arbeit in Südbaden mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber. Denn angesichts des Fachkräftemangels erkennen immer mehr Betriebe die Notwendigkeit, durch Ausbildung Abhilfe zu schaffen.

Handwerk hat Schwierigkeiten, die Attraktivität der Berufe zu zeigen

Trotz dieser Entwicklung gibt es nach wie vor auch unversorgte Bewerber. Denn die Ausbildungsplätze sind unterschiedlich begehrt. Es gibt Berufsfelder, in denen es nach wie vor schwierig ist, Bewerber zu finden. Dafür sind andere Berufe so begehrt, dass nicht alle Bewerber einen Ausbildungsplatz bekommen.

Hier muss zum einen natürlich am Image der Berufe gearbeitet werden. Es gibt Anzeichen, dass das Interesse an bestimmten AUsbildungsberufen auch deshalb nicht vorhanden ist, weil der Beruf wenig Ansehen genießt. So entscheidet sich mancher potenzielle Auszubildende doch gegen eine bestimmte Laufbahn, und zwar nicht, weil er selbst keinen Spaß an dieser Arbeit hätte, sondern weil das Umfeld diesen Beruf nicht wertschätzt. Da gilt es dringend gegenzusteuern.

Chancen für alle

Ein andere Möglichkeit, dem Mangel an Auszubildenden zu begegnen ist, auch neue Personengruppen in den Fokus zu nehmen. Noch immer wird bei den meisten Ausschreibungen von Ausbildungsplätzen mindestens der "gute Hauptschulabschluss" als Mindestvoraussetzung gefordert.

Aber muss das immer sein? Es gibt viel hoch motivierte, lernwillige und fleißige junge Menschen, die aufgrund einer solchen Hürde automatisch aus dem Pool der möglichen Auszubildenden herausfallen. Es sind Schulabgänger von Förderschulen, Schulabbrecher, Jugendliche, die zunächst in einer beruflichen Fördermaßnahme aufgefangen wurden und sich dort die nötige Ausbildungsreife geholt haben.

Auf unterstützten Wegen zum Ausbildungsberuf

Für diese jungen Menschen gibt es Unterstützungsangebote, damit auch sie einen Berufsabschluss erlangen können. Es mag sein, dass sich die Ausbildung ein wenig aufwendiger gestaltet, wenn ein Arbeitgeber sich entschließt, zum Beispiel einen Jugendlichen mit einer Lernbehinderung einzustellen und auszubilden. Aber auch die Arbeitgeber beziehungsweise ,Ausbilder können sich Unterstützung und Hilfe bei dieser Aufgabe holen. Der theoretische Unterricht findet in intensiver Betreuung in SBBZ (Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren) statt. Die Betriebe werden während der gesamten Ausbildung beratend begleitet.

Ein Gewinn für alle

Es mag einen erhöhten Aufwand erfordern, einen jungen Menschen mit etwas schwierigeren Startbedingungen auszubilden. Aber wer sich darauf einlässt, weiß auch: Es lohnt sich. Zunächst aus dem schlichten Grund, einem jungen Menschen eine Perspektive zu geben. Dann natürlich, weil man einen intensiv ausgebildeten Arbeitnehmer bekommt. Die jungen Menschen bereichern das Kollegenteam oft durch ihre etwas andere Art in ganz besonderer Weise — das Team wird vielfältiger, menschlich bunter. Manches Mal tut es dem gesamten Team gut, dass Arbeitsabläufe intensiver und klarer besprochen werden.

Alles in allem profitieren alle davon, wenn man sich auf diese Aufgabe einlässt. Und je selbstverständlicher es wird, auch jungen Menschen mit Startschwierigkeiten eine Chance zu bieten, desto einfacher wird es, diesen Weg zu beschreiten. Es ist zu hoffen, dass sich immer mehr Arbeitgeber als "Wegbereiter" begreifen.


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